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Psychotherapie
 

Ablauf Psychotherapie *

 

Beim hier dargestellten Ablauf handelt es sich um den prototypischen Ablauf einer Psychotherapie, der in manchen Methoden oder Settings leicht variieren kann.

Schritt 1: Die richtige PsychotherapeutIn finden

Psychotherapie als Prozess benötigt entsprechend Zeit und Raum, um eine vertrauensvolle Beziehung zwischen KlientIn und PsychotherapeutIn zu ermöglichen.
In Abgrenzung zu anderen Behandlungsmethoden ermöglicht die Psychotherapie den KlientInnen durch respektvolle und einfühlsame Begleitung den individuell passenden Erkenntnisweg zu finden. Dabei geht es auch darum, den „historischen“ Sinn von Symptomen und Leidenszuständen vor dem Hintergrund der jeweiligen Lebensgeschichte und als Ausdruck von Konflikten, Verdrängtem und der Position im jeweiligen System zu verstehen, um für das Hier und Jetzt den Handlungsspielraum zu erweitern.

Der Psychotherapie liegt ein Menschenbild zugrunde, das Persönlichkeitsentwicklung als zentrales Moment ansieht und zugleich Entwicklung als Prozess begreift, ausgehend von der jeweils subjektiv notwendigen Entfaltungszeit. Die Dauer einer Psychotherapie ist daher nicht vorgegeben. Sie hängt von der jeweils zugrunde liegenden Problematik, dem Therapieziel, der Methode und manchmal leider auch von der Kostenfrage ab.

In einem psychotherapeutischen Prozess werden häufig verschiedene Phasen durchlaufen. Obwohl dies je ein sehr individueller Prozess ist, sollen hier wichtige Momente beispielhaft angeführt werden:

  • sich finden und Vertrauen fassen
  • zu schwierigen Themen vorstoßen
  • eigene Ressourcen neu entdecken
  • Aufbrechen und Verstehen von alten Konfliktmustern und das Bearbeiten von Problemen
  • sich neu erfahren und kennen lernen
  • Konflikte austragen lernen und durcharbeiten
  • neue Handlungs- und Erlebnismöglichkeiten entdecken

Verschwiegenheit: PsychotherapeutInnen unterliegen einer gesetzlich verankerten absoluten Verschwiegenheitspflicht. Diese Verschwiegenheitspflicht dient dem Schutz der für das Gelingen der Psychotherapie unabdingbaren Vertrauensbeziehung zwischen KlientIn und PsychotherapeutIn (§ 15 PthG).

 

Schritt 2: Das Erstgespräch

Die Beziehung zwischen der KlientIn und der PsychotherapeutIn ist für den Behandlungsverlauf von großer Bedeutung. Das Erstgespräch dient daher vor allem dem gegenseitigen Kennenlernen. Im Mittelpunkt stehen dabei auch die Beweggründe der KlientIn für eine Psychotherapie:

  • Anlass (z.B. Krise, Depressionen, Arbeitsunfähigkeit, Todesfall, Scheidung, Panikattacken, Suchtprobleme, Ess-störungen, etc.)
  • Motivation und
  • Erwartung

Im Verlauf des Erstgesprächs werden auch die jeweiligen Rahmenbedingungen geklärt:

  • die Methode
  • das Setting (Einzel-, Gruppen-, Paar- oder Familien-therapie)
  • die Häufigkeit der Sitzungen und eventuell die Dauer der Psychotherapie
  • die Höhe des Honorars und der Zahlungsmodus
  • die Regelung des Procederes für eine Bezuschussung bzw. Kostenübernahme durch die Krankenkasse
  • die Absage- und die Urlaubsregelung

 

Schritt 3: Beginn der Psychotherapie

Psychotherapie basiert auf Freiwilligkeit: Die KlientIn trifft ihre Entscheidung und vereinbart mit der PsychotherapeutIn ein Arbeitsübereinkommen. Die KlientIn kann ihre Entscheidung rückgängig machen, wenn sie denkt, sich getäuscht zu haben. Es ist aber besser, wenn dies nicht im Alleingang geschieht, sondern in Absprache mit der PsychotherapeutIn, um eventuelle Missverständnisse aufklären und ausräumen zu können.

Da es in der Psychotherapie um ein Sich-Einlassen geht, sollte man nur bei einer PsychotherapeutIn in Behandlung sein. Eine Ausnahme stellt die Kombination von Einzel- und Gruppentherapie oder Einzel- und Paar- oder Familientherapie dar. In Absprache mit den beteiligten PsychotherapeutInnen können die genannten Kombinationen einander sinnvoll ergänzen.

 

Schritt 4: Verlauf einer Psychotherapie

Die Psychotherapie wird bei jedem Menschen anders verlaufen. In der Regel zeigen sicher erste Erfolge schon nach wenigen Stunden, die KlientIn kann aber auch Perioden der Skepsis und Rückfälle erleben. All das gehört dazu, ebenso wie erhellende Momente oder Krisen. Wir treten dafür ein, möglichst jedes Problem mit der PsychotherapeutIn zu besprechen. Es kann aber auch vorkommen, dass sich das gegenseitige Vertrauen trotz beiderseitigen Bemühens nicht ausreichend einstellt. In diesem Fall oder wenn sich die KlientIn einem Übergriff oder einer groben Respektlosigkeit der PsychotherapeutIn ausgesetzt fühlt und das Unbehagen trotz fortgesetzter Versuche, dies mit der PsychotherapeutIn zu besprechen, bestehen bleibt, ist in Erwägung zu ziehen, sich an eine andere PsychotherapeutIn zu wenden oder an eine Beschwerdestelle des zuständigen Landesverbandes.

Die Regelung der Sitzungsfrequenzen kann je nach Mthode und Problemlage sehr individuell gehalten sein. Häufig findet Psychotherapie einmal pro Woche statt. Eine durchaus übliche Maßnahme kann ein Wechsel der Häufigkeit im Laufe der Psychotherapie sein. In jedem Fall sind eine gewisse Regelmäßigkeit der Psychotherapiestunden und nicht allzu große Abstände zwischen den Sitzungen günstige Bedingungen für den psychotherapeutischen Prozess.

 

Schritt 5: Das Ende der Psychotherapie

Die Psychotherapie ist dann zu Ende, wenn das Psychotherapieziel erreicht bzw. weitere Ziele nicht erreicht werden können. Wenn man von der Kostenfrage und der Frage des Abbruchs von Psychotherapien absieht, hängt die Dauer vom Psychotherapieziel und der Art und Schwere der Störung ab. In jedem Fall sollten KlientIn und PsychotherapeutIn das Ende miteinander klären.

* Quelle: http://www.psychotherapie.at/ablauf-einer-psychotherapie